1.3.9 Einordnung der Infrarotheizung

Als Infrarotheizungen werden Heizungen nach folgender Definition bezeichnet: Es sind

  • Einzelheizungen,
  • Strahlungsheizungen, d.h. mehr als 50% reiner Strahlungsanteil der in den Raum abgegebenen Wärmeenergie und
  • das Strahlungsmaximum liegt im Infrarotbereich (auch bei Heizungen, die einen sichtbaren Anteil abstrahlen, d.h. rot glühen).

Die abgegebene Strahlung einer Infrarotheizung entspricht der natürlichen Infrarot-Strahlung im Sonnenlicht unterhalb des sichtbaren Bereichs.

Gas-Infrarotheizung

Gas-Infrarotheizungen oder sogenannte Heizstrahler werden in der Industrie und beim Camping mit Brenngas, meist mit Flüssiggas, bei stationärem Einsatz seltener auch mit Erdgas betrieben. Dabei erhitzt die Gasflamme einen Glühkörper. Industrieheizstrahler können zur alleinigen Hallenheizung verwendet werden. Für die Gasstrahler müssen besondere Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Aufgrund dessen sind sie für den Wohnbereich nicht geeignet. In den letzten Jahren wurden immer mehr Terrassenstrahler (auch „Heizpilze“ genannt) in Außenbereichen wie Straßencafés eingesetzt. Auch diese sind für Wohnräume nicht geeignet.

Gas-Infrarotheizungen gehören zu den Hochtemperaturstrahlern, bei denen die Heizenergie am oder im Abstrahlbauteil erzeugt und mit hoher Temperatur (mehrere hundert bis über tausend Grad) abgestrahlt wird. Diese Heizungsform wird verwendet, um über einen größeren Abstand oder in größerem Umfang Heizenergie abzugeben. Durch die hohe Temperatur besteht in der Regel Brandgefahr, die durch Sicherheitsmaßnahmen beherrscht werden muss.

Elektrische IR-Heizung

Elektrische Heizstrahler, Quarzstrahler, Hellstrahler

Elektrische Heizstrahler gehören ebenfalls zu den Hochtemperaturstrahlern und funktionieren im Prinzip wie eine Glühbirne, allerdings in der Regel mit einem auf einen Kermikträger aufgewickelten Widerstandsdraht, der durch den elektrischen Strom zum Glühen gebracht wird. Bei den meisten Heizstrahlern liegt das Strahlungsmaximum im Infrarot-B-Bereich, d.h. sie glühen dunkelrot. Eine Sonderstellung nimmt der so genannte Quarzstrahler ein. Sein Strahlungsmaximum liegt im Infrarot-ABereich, er ist hellrot glühend und die Glühwendel ist mit einem Quarzglasrohr umgeben, um die Strahlung möglichst gut durchzulassen. Quarzstrahler haben mit über 95% den höchsten Strahlungsanteil unter den Infrarotstahlern. Infrarotstrahler, deren Strahlungsmaximum im Infrarot-A- oder Infrarot-B-Bereich liegen, werden auch als Hellstrahler bezeichnet, weil sie sichtbar glühen.

Dunkelstrahler

Einen Infrarotstrahler, dessen Strahlungsmaximum im Infrarot-C-Bereich liegt, bezeichnet man als Dunkelstrahler, da es keinen sichtbaren Lichtanteil gibt. Dunkelstrahler gibt es sowohl gas- als auch elektrisch betrieben.

Eine besondere Bauform des Dunkelstrahlers ist die elektrisch betriebene Infrarot-Flächenheizung. Ihre Oberflächentemperaturen liegen meist unter 150°C. Die häufigsten beiden Bauformen sind diejenige aus Blechen mit integrierter Heizwendel und diejenige unter Verwendung von stromdurchflossene Carbonfolien, die in einem Rahmen aufgehängt sind. Solche Infrarot-Flächenheizungen werden in der vorliegenden Untersuchung verwendet.

Strahlungswirkungsgrad

Für gasbetriebene Infrarotheizungen gilt neben der Gasgeräterichtlinie (90/396/EWG) der in DIN EN 416-2 und in DIN EN 419-2 beschriebene Strahlungswirkungsgrad. Beides ist maßgebend für eine rationelle Energienutzung und die Wirtschaftlichkeit, wobei ein Strahlungswirkungsgrad (entspricht dem Infrarotanteil) möglichst weit über 50% angestrebt wird.

Für elektrisch betriebene Infrarotheizungen ist analog ein Strahlungswirkungsgrad als Verhältnis zwischen Infrarotstrahlungsleistung und zugeführter elektrischer Leistung anzusetzen, wofür es allerdings noch keine Norm gibt.

Weiter zu 2 – Verwandte Arbeiten

Login