1.3.7 Besondere Bauformen von Heizkörpern und Heizflächen

Kachelofen und Kaminofen

Kachelöfen und Kaminöfen ohne Luftkanäle sind in Ihrem Abstrahlverhalten dem einfachen Plattenheizkörper am ähnlichsten, die Oberfläche ist durch den quaderförmigen Körper in der Regel größer. Da die Oberflächentemperaturen typisch bei ca. 80°C liegen, ist es die klassische Strahlungsheizung.
Bei Kachelöfen und vielen Kaminöfen mit Luftkanälen überwiegt jedoch durch die starken Kamineffekte  der Konvektionsanteil.

Heizleiste

Die Heizleiste (auch als Fußleistenheizung bezeichnet) ist eine spezielle Form des KonvektionsHeizkörpers. Die Heizleisten verlaufen meist an der Innenseite von Außenwänden dicht über dem Fußboden. Die Heizelemente der Heizleiste bestehen aus einem von Heizwasser durchflossenen Rohr mit vielen darauf angebrachten Lamellenblechen. Durch die Lamellen wird ein lokaler Kamineffekt (Konvektion) erzeugt. Heizleisten bauen einen Warmluftschleier entlang der Wände oder Glasflächen von Fenstern auf. Dadurch werden die Wand-  oder Fensteroberflächen erwärmt. Durch die so entstehende Strahlungstemperatur der Oberflächen stellt sich die gewünschte Behaglichkeit ein. Da der Warmluftschleier sehr dünn im Vergleich zu dem Luftstrom anderer Konvektionsheizungen ist und sich nur langsam bewegt, wird die innere Raumluft langsamer erwärmt und bleibt in der Regel unter der Temperatur des Warmluftschleiers.
Die Heizleiste stellt damit eine höchst optimierte Form von Konvektionsheizung dar. Damit sie zur Strahlungsheizung werden könnte, müssten die Oberflächentemperaturen der Wand oder Glasflächen durch den Warmluftschleier auf mindestens 45°C aufgeheizt werden, was jedoch nicht der Fall ist.

Großflächenheizungen (Decken-, Wand- und Fußbodenheizungen)

Großflächenheizungen entstehen meist durch in den Verputz von Decken und Wänden oder in den Estrich von Fußböden verlegten flexiblen Heizungsrohren. Man spricht dann jeweils von Decken- Wand- oder Fußbodenheizungen. Durch Wärmeleitung werden die Oberflächen erwärmt und so für eine angenehme mittlere Strahlungstemperatur gesorgt. Die Luft wird überwiegend durch langsame Konvektion erwärmt. Dasselbe gilt, wenn statt wasserdurchflossenen Heizungsrohren elektrisch betriebene Heizleitungen oder Heizfolien verwendet werden.

Heizleiste und Großflächenheizungen werden irrtümlich als Strahlungsheizungen bezeichnet, obwohl sie in der Regel weniger als 50% der zugeführten Wärmeenergie oder elektrischen Energie in Form von Strahlung in den Raum abgeben. Gemeint ist mit dieser Bezeichnung ihr Vorteil, dass sie für eine hohe mittlere Strahlungstemperatur der Umgebung sorgen, da die Raumoberflächen teils direkt, teils über den Strahlungsanteil und teils über einen Luftschleier aufgewärmt werden.

Ideal wäre bei Großflächenheizungen, wenn die gesamten Raumbegrenzungsflächen auf niedrigem Temperaturniveau von etwa 20°C bis 25°C gehalten würden. Das würde dazu führen, dass zwischen Raumoberflächen und bekleideter menschlicher Körperoberfläche praktisch kein Strahlungsaustausch stattfindet, weil die Oberflächentemperaturen annähernd gleich sind. Genau das wird als besonders angenehm empfunden. Die von solchen Heizungen abgegebene Wärmeleistung in den Raum geschieht überwiegend durch Konvektion und durch Strahlungsabsorbtion in die Raumluft.

Die Vorteile sind ähnlich wie bei einer echten Strahlungsheizung:

  • kein Platzbedarf für Raumheizkörper im Aufenthaltsbereich
  • keine Staubansammlung auf Heizkörpern;
  • kleiner Temperaturgradient über der Raumhöhe;
  • geringere Lufttemperatur als bei der klassischen Konvektionsheizung; daraus ergibt sich eine physiologisch günstige Erwärmung des Menschen;
  • kein oder geringer  Niederschlag von Feuchtigkeit an Bauteilen, das verhindert  Schimmelbildung.

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