5.3 Interpretation hinsichtlich Nachhaltigkeit/Ökologie

CO 2-Emissionen

Der Durchschnittswert der CO 2-Emission beträgt 541 g/kWh in der Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2007 (Quelle: BDEW). Neuere Daten sind noch nicht veröffentlicht, deshalb wird dieser Wert zugrunde gelegt. Da der Anteil regenerativer Energien im Strom-Mix laufend zunimmt, ist der aktuelle Emissionswert eher niedriger.

Beim Vergleich der CO 2-Emissionen wurde bewusst der ganzjährige Strom-Mix zugrunde gelegt, obwohl der Anteil an Strom aus Kohlekraftwerken und damit der CO2 -Anteil im Winterhalbjahr größer ist als im Sommer. Gleiches gilt jedoch auch für den Stromanteil aus Windkraftwerken, deren Kapazität stetig ausgebaut wird. Es geht in erster Linie darum, einen groben Anhaltspunkt zu gewinnen. Um den momentan unterschiedlichen CO2 -Emissionen gerecht zu werden, müsste man konsequenterweise neben den zeitlichen auch die räumlichen Schwankungen berücksichtigen. So eine detaillierte Betrachtung würde aber von dem Trend ablenken, insgesamt so schnell wie möglich auf regenerative Energien umzusteigen. Eine Empfehlung für fossile Brennstoffe wegen kurzzeitig niedrigerer CO2 -Emission wäre kontraproduktiv zu diesem Trend, da die Nutzung für mindestens 20
Jahre festgelegt wird.

Als Vergleichsgröße für die Gasheizung wird der Standardwert für Gas-Brennwerttechnik von 249 g/kWh (IWU 2006) verwendet, obwohl im Meßobjekt eine emissionsstärkere NiedertemperaturGasheizung installiert ist. Es wird daher auch der rechnerisch korrigierte Verbrauchswert für eine GasBrennwerttechnik (BWG) im Meßobjekt für den Vergleich herangezogen.

Gewichtet man die Emissionen mit dem wohnflächenbezogenen Energieverbrauch, dann erhält man:

Wohnflächenbezogene CO 2-Emission der Infrarotheizung (IR):

541 g/kWh * 71,21 kWh/m² = 38,52 kg/m².

Wohnflächenbezogene CO 2-Emission der BW-Gasheizung (BWG):

249 g/kWh * 187,85 kWh/m² = 46,77 kg/m².

Die Werte sind in Bild 5.2 veranschaulicht.

vergleich der co2 emissionen

Bild 5.2: Vergleich der CO 2-Emissionen

Der Unterschied zwischen beiden Werten ist hinreichend groß, so dass die generelle Aussage möglich ist, dass die Infrarotheizung bezüglich CO2 -Emissionen besser abschneidet als die Gasheizung. Dies gilt erst recht bei Verwendung von 100% regenerativem Strom.

Diskussion zur Energiequalität

In der Diskussion um die Verwendung von elektrischer Energie zu Heizungszwecken wird häufig der Begriff der Exergie verwendet, der ein Maß für denjenigen Energieanteil der verwendeten Energieformist, der maximal genutzt werden kann. Je höher die Exergie, desto höher die physikalische Qualität der Energieform. Elektrische Energie hat danach eine wesentlich höhere Qualität als Wärmeenergie. Wegen dieser Qualitätsdefinition wird oft die Meinung vertreten, dass elektrische Energie „zu schade“ zum Heizen ist.

Diese Wertung geht am Thema Nachhaltigkeit völlig vorbei. Wie in den einleitenden Informationen zum Thema Energieformen und Nachhaltigkeit ausführlich dargestellt, ist in erster Linie wesentlich, obeine Energie regenerativen Quellen entspringt oder nicht. Das macht die ökologische Qualität einer Energieform aus. Gerade die potenzialreichsten regenerativen Energiequellen wie Sonne und Wind lassen sich besonders leicht zur Gewinnung elektrischer Energie einsetzen. Die Endenergie in Form von elektrischem Strom aus regenerativen Quellen muss deshalb höchste Priorität erhalten.

Eine mit 100% regenerativ erzeugtem elektrischem Strom betriebene Infrarotheizung ist eine der nachhaltigsten Heizungen überhaupt. Da die Kosten für 100% regenerativen Haushaltsstrom inzwischen mit konventionellen Angeboten gleichgezogen haben, gibt es hier auch keinen ökonomischen Hinderungsgrund mehr, diesen dem klassischen Strom-Mix vorzuziehen (siehe oben).

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