5.2 Interpretation hinsichtlich Kosten

Stromkosten

Als Vergleichsbasis wurden die bundesweit verfügbaren Standardtarife der vier „klassischen“ überregionalen Stromversorger EnBW, EON, RWE, Vattenfall und der vier bundesweit verfügbaren Ökostromanbieter EWS, Greenpeace Energy, Naturstrom, Lichtblick mit 100% zertifiziertem regenerativem Strom herangezogen. Lokal können die Zahlen je nach verfügbarem Anbieter nach unten und oben abweichen.

Der niedrigste Standardtarif (Arbeitspreis für 4.000 kWh mit Stand Sommer 2009) lag bei 19,5 Cent/kWh, der höchste bei 23,8 Cent/kWh. Da die Grundgebühren bei allen acht Anbietern in etwa gleich und vernachlässigbar zur Spanne der Arbeitspreise waren, wurden sie im Kostenvergleich nicht berücksichtigt.

Gaskosten

Da die vier großen Stromversorger EnBW, EON, RWE und Vattenfall auch als Gasanbieter am Markt auftreten, wurden als Vergleichsbasis ebenfalls deren bundesweit verfügbare Standardtarife gewählt. Lokal können auch hier die Zahlen je nach verfügbarem Anbieter nach unten und oben abweichen.

Der niedrigste Standardtarif (Arbeitspreis für 20.000 kWh mit Stand Sommer 2009) lag bei 5,0 Cent/kWh, der höchste bei 5,9 Cent/kWh. Da die Grundgebühren bei allen vier Anbietern wie oben in etwa gleich und vernachlässigbar waren, wurden sie im Kostenvergleich nicht berücksichtigt.

Entwicklung von Strom- und Gaspreisen

Die Strompreise sind in den letzten 10 Jahren seit der Liberalisierung der Märkte um durchschnittlich ca. 2,25% pro Jahr, die Gaspreise um ca. 7,1% pro Jahr gestiegen. Die Kopplung der Gas- an die Ölpreise wird in absehbarer Zeit erhalten bleiben und beide fossilen Brennstoffe werden weiter verknappen. Die Steigerungen bei den Strompreisen wurden zu 40% durch staatliche Abgaben verursacht und es stellen sich erste Kostendämpfungseffekte durch regenerative Stromerzeugung ein. Daher ist eine Fortschreibung dieser unterschiedlichen Entwicklung sehr wahrscheinlich. D.h. der Gaspreis wird auch in Zukunft deutlich schneller steigen als der Strompreis.
Unter dieser Annahme ist die Entwicklung gemäß den oben genannten Steigerungsraten in Bild 5.1 dargestellt.
Die blauen Kurven zeigen die Entwicklung der Gaspreise, die grünen Kurven die der Strompreise jeweils über die Anzahl der Jahre ab 2009.
Da der Gasverbrauch der Gasheizung in Kilowattstunden mindestens das 2,5fache des Stromverbrauchs einer Infrarotheizung ist, muss der Gaspreis mit diesem Verbrauchskorrektur-Faktor gewichtet werden. Dies ist mit den roten Kurven dargestellt.

Kostenvergleichsschätzung zwischen Infrarot- und Gasheizung

Bild 5.1 zeigt, dass sich die untere gewichtete Gaspreiskurve und die obere Strompreiskurve in etwa 14 Jahren schneiden, d.h., dass spätestens dann der Verbrauch der Infrarotheizung günstiger ist als der einer Gasheizung. Da die Investitionskosten der Infrarotheizung aber nach ersten groben Abschätzungen in etwa nur die Hälfte derjenigen einer Gasheizung betragen, ist die kostenmäßige Überlegenheit wesentlich früher, eventuell sogar sofort erreicht. Der gesamte Überlappungsbereich, in dem die Gasverbrauchskosten höher werden können als die Strombrauchskosten, ist schraffiert eingezeichnet.

Regional gibt es von einigen Anbietern Sondertarife für sogenannten Direktheizungensstrom. Damit sind die Verbrauchskosten der Infrarotheizung in der Regel sofort günstiger als die der Gasheizung.

Falls die tatsächliche Entwicklung von dem in Bild 5.1 gezeigten vermuteten Spektrum abweichen sollte, ist trotzdem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer ähnlichen Entwicklung auszugehen.

(www.verivox.de)

Vermutete Preisentwicklung Strom versus Gas

Bild 5.1: Vermutete Preisentwicklung Strom versus Gas

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